1848, Malwida von Meysenbug und die europäische Demokratiegeschichte

19.00

Martin Reuter
ISBN 978-3-928172-83-7

416 Seiten | kartoniert

 

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Beschreibung

1848, Malwida von Meysenbug und die europäische Demokratiegeschichte

Die Politik einer aristokratischen Demokratin im 19. Jahrhundert

von Martin Reuter

416 Seiten | Kartoniert

1848 tritt von Meysenbug für die Revolution ein, 1852 muss sie deswegen ins Londoner Exil fliehen. Sie setzt sich zu diesem frühen Zeitpunkt für die ökonomische Unabhängigkeit und die rechtliche Gleichstellung der Frau ein, betätigt sich in diesem Sinne auch als Pädagogin und Schriftstellerin. Die Memoiren einer Idealistin begeistern nicht nur den 32-jährigen Friedrich Nietzsche. Dabei ist ihre „Weltanschauung“ nicht unumstritten: Das Urteil schwankt zwischen „Vorkämpferin für die Frauenbewegung“ und „phantastischer Schöngeist“.
Das Buch bietet eine unbefangene Neulektüre ihrer publizierten Arbeiten und Briefe im Zusammenhang, fügt neu erschlossene Archivmaterialien ein und zeichnet anhand der Einzelperson historisch-politische Prozesse des 19. Jahrhunderts nach, die für die deutsch-europäische Demokratiegeschichte von Bedeutung sind. Meysenbugs berühmte Bekannte wie Herzen, die Kinkels und Wagners, Nietzsche und Rolland werden hier nicht als Symbolfiguren behandelt, sondern mit ihrem Beitrag zur Geschichte und zu Meysenbugs Leben porträtiert. Zugleich reflektiert die Arbeit immer auch auf ihre eigene, interdisziplinäre Darstellungsmethode. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Gegenwartsbezug nach 150 Jahren 1848, vor allem aber auf der Frage, was einzelnen Personen in ihrem jeweiligen soziopolitischen Kontext an politischem Denken und Handeln menschenmöglich ist: die selbstgemachte Demokratie.

ISBN: 978-3-928172-83-7

Rezension:

Reuter hat in seinem Buch sozusagen den wissenschaftlichen Überbau zu den unterschiedlichsten Aspekten der Meysenbug-Forschung geliefert. Im Titel kündigt er aber gleich zweierlei an, nämlich einerseits die Brüche zwischen Politik und Frau (=Demokratin) sowie zwischen aristokratisch und demokratisch und andererseits seine Distanz zur Person Malwida von Meysenbug. Sie ist deutlich eine Person des 19. Jahrhunderts; der Autor stellt sie in ihren zeitlichen Bezug, ohne missionarischen Ehrgeiz, wie wir ihn in der Rezeption vom späten 19. Jahrhundert an bis etwa 1980 aufgezeigt haben.
Ruth Whittle, Dozentin am Department of German Studies, Birmingham University, GB

 

Zusätzliche Informationen

Gewicht 350 g
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